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-Kirchliche Frühgeschichte

Bis ca. 800 ist die Christianisierung des friesischen Küstenstreifens durch das Bistum Bremen und Münster zunächst abgeschlossen. Fraglich ist ob die friesische Bevölkerung in dieser Zeit den neuen Glauben ganzheitlich für sich vereinnahmte.Die territoriale Präsenz der spätere Diözesen zeigte auch abgrenzende Tendenzen innerhalb des ostfriesischen Raumes.Zur Diözese Bremen gehörte der Norden Ostfrieslands und Aurich.Die Westgebiete, also die heutige Krummhörn und das Rheiderland,waren der Diözese Münster zugeordnet.Der äußerste Süden des heutigen Ostfrieslands, Völlen und fünf weitere Kirchspiele,waren dem Bistum Osnabrück vorbehalten.                                                      

Das Harlingerland stand unter der Zuständigkeit Bremens(1).Dieser Teil und auch das Auricherland und Norderland war kirchlich in dem Archidiakonad (Untergliederungen der Diözesen) des Bremer Domscholasters organisiert(2).

Der Archidiakonad war in 6 Dekanate aufgeteilt. Wittmund,Ochtersum,Stedesdorf,Arle,Norden und Aurich bildeten hier die kirchlichen Zentren.Von diesen Sendbezirken,eine regionale Bezeichnung des Archidiakonads,ging der weitere kirchliche Einfluss in die ländlichen Gebiete aus.Diese Sendkirchen in den benannten "zentralen " Orten hatten u.a auch die Funktion einer regionalen Ecclesia Matrix ( Mutterkirche).An diesen Orten tagte auch in bestimmten Abständen das Sendgericht und übte das Sendrecht aus.

Dem Sendkirchenbereich Wittmund unterstanden die Kirchspiele Middels, Blersum,Funnix,Berdum,Eggelingen,Asel,Berum und Isebenysze (3).Leerhafe und auch Ardorf finden hier keine Erwähnung.Kirchengeschichtliche Quellen lassen vermuten,dass beide Kirchspiele dem Kloster Burmönken in dieser Zeit zugeordnet waren.Somit übte Burmönken auch das Patronatsrecht für die Kirchengemeinde Ardorf aus.Urkundlich erwähnt wird das Kloster zu Bure (Burmönken)bereits 1319 im Zusammenhang mit den Tyüchermönken (Tychen bei Burmönken ).Das Johanniterkloster Burmönken,im Norden des Landes Östringen,behielt bis zur Reformation seine Selbständigkeit.Bestärkt wird diese These auch dadurch,dass 1431 in einem Kirchendokument,welches die Kirchen im Auricher Einflußbereich benennt,Ardorf fehlt.Auch war Ardorf nie Teil des alten Harlingerlandes, sondern ist politisch später dem Amt Aurich untergeordnet.Ardorf ist typisches Grenzland und im Schnittpunkt der territorialen Einheiten wechselten die Kompetenzen und Zugehörigkeiten.Denn 1529 beklagte sich auch der Regent des Harlingerlandes,Junker Balthasar von Esens,dass die ostfriesischen Grafen ihm die Kirchspiele Leerhafe und Ardorf vorenthalten würden.    

Karte 1

(Quelle:Smid Menno :Ostfriesische Kirchengeschichte,in Ostfriesland im Schutz des Deiches,Bd.VI,Pewsum 1974,Seite 38 ) Bistum Bremen mit Sendkirchen und Kirchspielen im 15.Jh.

-Reformation

Spannend in Ostfriesland sind die reformatorischen Veränderungen im 16.Jh.Besonders auch die "innerprotestantischen" Auseinander -setzungen  zwischen Reformierten und Lutheranern,hauptsächlich in Emden,sind hier zu benennen.Menso Alting auf reformierter calvinistischer Seite und Johannes Ligarius auf lutheraner Seite dominierten die gegensätzliche kirchlichen Lehren.

Völlig anders vollzog sich 1538/39 die Reformation im Harlingerland.Die konfessionelle Richtung bestimmte der Landesherr und das war zu jener Zeit Balthasar von Esens,aus der Familie der Attena. Radikale Strömmungen wie Ansätze des Täufertums gab es nicht.Im Gegenteil, als der Ardorfer Pastor Mamme Folkerts Kirchenreliquien auf dem Kirchhof verbrennen wollte,hinderten ihn die Dorfbewohner dies zu tun (4). Auch wurde  Pastor Mamme Folkers später aus Ardorf vertrieben.                                                     

Wegbereiter der Reformation im Harlingerland war der Burhafer Pastor Johannes Visbeck. Der Gottes- mann hatte ab 1514 in Rostock und Wittenberg studiert. Dort war er mit den reformatorischen Lehren Martin Luthers in Berührung gekommen. Von Burhafe ausgehend predigte Johannes Visbeck die neuen Glaubensbekenntnisse.Er beeinflusste mit seinem Wirken auch die Nachbargemeinden Ardorf und Dunum. Schon 1538,nach dem Tode des katholischen Herzogs Karl von Geldern,der zuvor  politisch mit Balthasar kooperierte,um die Reexpansion des Harlingerlandes voranzutreiben,kam es zu einem Religionsgespräch der beteiligten Konfessionsparteien. Johannes Visbeck auf lutherischer Seite und der Vorkämpfer der gegenreformatorischen Bewegung,der Wittmunder katholische Gottesmann Pflücker trafen sich im Beisein des Harlinger Regenten Junker Balthasar. Ergebnis dieser Kirchendisputation  war, dass der katholische Pastor Pflücker nun zum lutherischen Glauben übertrat und die neue Glaubenslehre auch predigte.

Die Reformation im Harlingerland hatte somit ihren Ausgang in diesen drei Gemeinden,obwohl Ardorf nicht direkt zum Harlingerland zählte.Noch heute ist das Harlingerland Lutherland.Das westliche Ostfriesland ist überwiegend reformierten Glaubens.Katholische Kirchengemeinden sind ab 1555 in Ostfriesland  nicht mehr nachzuweisen.      


Audiolink: Ardorfer Glockengeläut vom 22.Dez.2008  12:00 Uhr

  http://www.youtube.com/watch?v=-TW8BzE3_bI Glocke von Ardorf am 22.12.2008  12:00 Uhr. Link anklicken. ( Bei Nichtaktivierung den Link kopieren und im Browser einfügen ). Lautstärke regeln,wegen Anschlaggeräusche.

-Ardorfer Kirchenalltag       

Im Zusammenhang mit der Neuorientierung der protestantischen und pastoralen Struktur in Ostfriesland war die Stelle des Generalsuperintendenten in Aurich von 1684 bis 1698 vakant."Wären nicht die Gemeinden,die das Pfarrwahlrecht besaßen,in ihrer Mehrheit konservativ und orthodox gewesen,hätte leicht der in jener Zeit aufkommende separatistische Pietismus die Kirchen in Ostfriesland in ein ähnliches Chaos stürzen können wie am Ende des ersten Reformationsjahrzehnt(5).                                                                                                                   Gemeint sind hier u.a.die reformatorischen Splittergruppen der Täufer und anderen religiösen Bewegungen,die durchaus in Ostfriesland zu jener Zeit Zulauf fanden.Mit der Ernennung von Dr. Johann Theodor Heinson zum lutherischen Generalsuperintendenten in Aurich stabilisierte sich für die lutherische Kirche die Gesamtsituation.Auch nahm der Generalsuperintendent die regelmäßigen Visitationsreisen in die Gemeinden wieder auf.

Am 8.August 1700 inspizierte der Auricher Generalsuperintendent Dr. Heinson die Kirchengemeinde Ardorf.Nachfolgend stand die Kirchengemeinde Middels auf dem Besuchsplan der Inspektoren.  Johannes Lübben ( Johann Lübbinus /Lübbing ) aus Etzel bekleidete damals das Amt des Seelsorgers und des Schulmeisters in einer Person.Lübben hatte in Gießen und Helmstedt sein Studium absolviert und war wieder nach Ostfriesland zurückgekehrt.Seit 1668 übte er sein Amt in Ardorf aus.Ihm zur Seite standen der Kirchenvogt Behrend Gerdes und der Armenvorsteher Habbe Dirks.Die Gemeinde Ardorf hatte beide 1693 durch eine Wahlverfahren in ihr Amt eingeführt.

Was die kirchlichen Visitatoren aus Aurich in Ardorf zu sehen bekamen,war zu jener Zeit auf der ostfriesischen Geest durchaus üblich. Besonders die Baustubstanz der Kirche wurde von den behördlichen Kirchenvertretern bemängelt.Akut einsturzgefährdet war der  Choranbau. "Überall fehlten Dachziegeln,fast kein einziges Fenster war noch in Ordnung. Ein schadhafter Boden und schlechte Kirchenbänke vermittelten einen verwahrlosten Eindruck.Auch die Pastorei befand sich in einem sehr schlechten Bauzustand"(6). 

Auch in Middels war die Bestandsaufnahme nicht positiver."Die Kirche der Gemeinde Middels betraten die hohen Herren aus Aurich durch eine zerbrochene Tür.Der ungüstige Eindruck von Bauzustand des Gotteshauses wurde keineswegs im inneren gemildert.Viele Floren ( Fliesenplatten ) waren zerbrochen;am Kirchengestühl zeigten sich manche Schäden "(7).Auch die Friedhöfe sahen nicht viel besser aus."Schweine,Hühner und Gänse ließ man nämlich nach Landessitte frei im Dorf herumlaufen.Die Kirchhöfe waren für Kleinvieh ein beliebter Tummelplatz"(8).
                                                                                                                                     


Obwohl die Kirchenvertreter den örtlichen Verantwortlichen Fristen setzten um die Mängel zu beseitigen,kehrte nach Abreise der Visitatoren schnell der Alltag ein.Die notwendigen Reparaturen zogen sich oft jahrelang hin.


(Quelle :Friesische Heimat: Foto von H.Gravemeyer ) Ardorfer Kirche von Norden her gesehen.

Auch die internen,dörflichen Kirchenangelegenheiten ließen nach Meinung der Kirchenverantwortlichen in Ardorf zu wünschen übrig.Pastor Johann B.Holzapfel,von 1704 bis 1708 in Ardorf tätig,beklagte die mangelnde Unterstützung der Gemeindemitglieder.Da  Holzapfel auch als Kirchenvorsteher fungierte und die "Landarbeit" der Pastorei mit erledigen musste,waren die Gemeindemitglieder durch eine Regelung mit an diesen Arbeiten beteiligt.Bitter beklagte sich der Pastor über seine Gemeinde:"Mein Heu und der Torf,ebenso meine Plaggen stehen noch draußen und verderben im Regen" (9).

Bereits ab 1698 wurde auf Anordung in den lutherischen Gemeinden am Sonntagnachmittag der Katechismus von Martin Luther gelesen und gelehrt.   "Aber bezeichnenderweise geschah das anscheinend nicht durch schriftliche Verordnung,sondern durch mündliche Anordnung des Visitators in den Gemeinden.Selbst im Harlingerland,wo der Landesherr uneingeschränkte Summepiskopatsrechte besaß,ging die Einführung der Nachmittagskatechesen am Sonntag nur schleppend vonstatten"(10).  

                                                                                                                                            

Am
15.August 1706 berichtet Pastor Holzapfel aus Ardorf an den Generalsuperintendenten,"ich mag bitten oder drängen,niemand kehrt sich daran.Sie wenden alle ein:ich wüßte ja selbst ihre schlechten Zustände und dass sie ihre Kinder nicht entbehren könnten.Mich verdrießt in der Welt nichts mehr,als vergebliche Arbeit tun zu müssen "(11).Auch der Nachfolger von Pastor Holzapfel,Hajo Henrich Coenring (Conrings ),tätig in Ardorf von 1708 bis 1720, und am 20.März 1708 mit einen Gottesdienst in Ardorf ins Amt eingeführt,fand keine besseren Verhältnisse vor.Auch hier beklagte sich der Pastor 1717 mit einem Schreiben an das Konsistorium in Aurich mit dem Hinweis,"die Eltern geben auf die Seele der Kinder wenig Achtung "(12).  
                                                                                                                                              


Im Übrigen kamen zum Kathechismusunterricht nur kleine Kinder,die aber nicht lesen und so die Glaubenslehre nicht verstehen konnten.


(Quelle:Smid Menno :Ostfriesische Kirchengeschichte,in Ostfriesland im Schutz des Deiches,Bd.VI,Pewsum 1974,Seite 593.Konfessionsgrenzen in Ostfriesland. Legende:Ohne Schraffierung:einparochiales lutherisches Gebiet.Vertikalschraffierung:einparochiales reformiertes Gebiet.Horizontalschraffierung:zweiparochiales Gebiet.

Quelle: Friesische Heimat:
21.Beilage von 10.12.1994
Ardorf: Kirche und altes
Schulgebäude von 1884

Externes Bildmaterial
( Bereitgestelltes Foto )
Ältere Aufnahme.

>>>Kirchenbau<.<.<.

Wie im Abschnitt zuvor bereits erwähnt war das Harlingerland und die näheren Grenzbereiche,zudem auch Ardorf gehörte,der Diözese Bremen zugeordnet. Adam von Bremen,der Domscholaster, berichtet, dass es um 1050 bereits 50 Kirchen im ostfriesichen Einflussbereich der Diözese Bremen gab. Hierbei handelte es sich allerdings um Holzbauten(13). Die Bauinitiative  auf der ostfriesischen Geest geht in der Regel von den freien Bauerngemeinschaften aus. Der grundsätzliche Anlass des "Kirchenbaubooms" im 1300 Jh. ist mit übergeordneten religiösen Entwicklungen zu erklären.

 Von Nordfrankreich ( Ile de France ) ausgehend  hatte die neue verstärkt religiöse Entwicklung ( Entstehung der Gotik ) ihren Ausgang genommen. Beispielsweise der Vorgängerbau der Marienhafer Kirche steht im Zusammenhang mit dieser Bauentwicklung,was die Zentralität und Baugeschichte angeht. Die nordfranzösischen Kathedralen ( Amiens-Chartres u.Notre Dame in Paris ) sind Ausgangspunkt einer neuen gotischen Bauentwicklung.Gerade aber in den Peripherie-Regionen,wie auch in Ostfriesland,blieben romanische Einflüsse in der Architektur erhalten.Im 1300 Jh. setzt der typische ostfriesiche Kirchenbau ein.Der romanische Dorfkirchenbau auf der ostfriesischen Halbinsel hat seinen Ursprung im Jeverland und beeinflusst dann von hieraus gehend ganz Ost-friesland."Es handelt sich hierbei um den sonst in Deutschland in dieser Ausschließlichkeit nirgends auftretenden Apsissaal,ein Saalschiff,also mit halbrunder Ostapsis und Eingängen in den Langseiten"(14).

 Auch in Ardorf ist genau dieser Bautypus zu sehen.Typisch für diesen Sakralbau sind auch die Rundbogenfenster an den Längsseiten, in der Regel mit 3 Lichtöffnungen.Oft wird auch die Fassade durch Lisenen (abgesetzter Mauerstreifen) geschmückt. Auch dies in in Ardorf der Fall.  Natürliches Baumaterial stand in Ostfriesland nicht zur Verfügung. Bearbeitet wurden die eiszeitlichen Hinterlassenschaften,die Granitfindlinge.Das handwerkliche Verfahren spaltete den Stein und glättete die Oberfläche.Oft ist nur die Außenseite,also die sichtbare Seite,bearbeitet.Bei Renovierungsarbeiten vor einigen Jahren in Middels konnte dieser Bearbeitungsmechanismus beobachtet werden.Der Einfluss der Backsteinbautechnik, zunächst von den Mönchen entwickelt und verbreitet,fand auch im Geestkirchenbau Verwendung.Der an vielen Stellen,so auch in Ardorf, anstehende Lehm war einfach abzugraben und konnte in Feldbrandöfen der Verarbeitung zugeführt werden.                                                                                                                                 

Im Zusammenhang mit mangelnden Basisgründungen auf den Warften kam es oft zu Rissen im Mauerwerk.Abgetragen werden mussten oft Teile der Kirche,besonders oft die Apsis,so auch in Ardorf.


(Quelle: Haiduck Hermann:Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen im ostfriesischen Küstenraum.Aurich 2009,Seite 62.)Seitenansicht der Ardorfer Kirche mit ursprünglicher Apsis und Grundriss.

Der norddeutsche Protestantismus zeigt seinen Einfluss überwiegend im Innenraum der Kirche.Die Manifestation des gesprochenen Wortes im inneren der Kirche ist ab diesem Zeitpunkt die Kanzel.Der protestantische Kirchengesang förderte auch zunehmend den Orgelbau. Ansonsten ist der Kirchraum spärlich oder gänzlich ohne Reliquien ausgestattet.Ohne jede Form von Ablenkung sollte das gesprochene Wort des Pastors von der Kanzel im Mittelpunkt des Kirchenbesuches stehen.

Ardorfer Kirche


Ardorfer Kirche, alte Aufnahme

Errichtet wurde die Ardorfer Kirche in der Mitte des 13.Jh ( etwas 1230 ). Ursprünglich hatte das Gotteshaus auch eine Apsis ( halbkreisförmiger Anbau-Chorraum ) an der Ostseite,die aber 1844 zusammen mit dem Dachgiebel abgetragen wurde.Die Nord-u.Südportale(Eingänge) sind zugemauert;erst in jüngster Zeit ist durch das Südportal die Kirche wieder zugänglich geworden. Im 16.Jh. entstand der zentrale Westeingang.                                                                                                                                                  

Die untere Zone des Kirchenbaus besteht aus Granitsteinen ( Quadergranit ). Backsteinmauerwerk bildet die darüberliegende Zone der Außenfassaden.


Ardorfer Kirche :Nordfassade mit Nordportal. Untere Zone Quadergranitstein, obere Zone Backsteinmauerwerk.Ardorf 2008


Ostseite ( Apsisseite ) der Ardorfer Kirche.Mauernähte der abgetragenen Apsis. Rundbogenfenster mit Sichelbögen.Ardorf 2008

Die Längswände der Kirche sind im Norden und Süden mit Lisenen (Mauervorsprung ) in Feldern unterteilt,die je ein Rundbogenfenster enthalten.Die Fensterlaibungen bestehen aus Radialbindern,die oberhalb mit Sichelbögen abschließen. Diese architektonische Variante ist bereits bei den Kirchen in Hage und Viktorbur zu sehen.In vereinfachter Form sind die Kirchen in Ardorf,Freepsum,Bagband und Horsten  Nachfolgebauten der Kirchen von Hage und Viktorbur.                                                                                                          

Die Sichelbogengestaltung ist ästhetischer Ausdruck der Baukunst jener Zeit und dient ausschließlich gestalterischen Zwecken.Eingeführt wurde diese Formenvariante im Nordwestbereich ab dem 2.Jahrzehnt des 13.Jahrhunderts.            

Vergleichsbeispiel:Kirche in Hage.Lisenen,Rundbogenfenster mit Sichelbögen.2009

Vergleichsbeispiel:Kirche in Roggenstede.Lisenen,Rundbogenfenster ohne Sichelbögen.2009

                                                                    Ardorf:Lisenen,Rundbogenfenster mit Sichelbögen.2008

Veränderte Bedingungen,ausgehend aus dem Reformationszeitalter, hatten Einfluss auf die Zugänglichkeit der Kirche.Die Verlagerung des Eingangs im 16.Jh. zur Westseite hin,ist in diesem Zusammenhang besonders prägnant.Die Seitenportale wurden zugemauert.Oft wird bei den Geestkirchen auch ein Vorbau an der Westseite angebracht um repräsentativ die neue Zugänglichkeit zu symbolisieren. 

Der freistehende Glockenturm wurde 1807 im einfachen klassizistischen Stil errichtet.Der Guss der gemeindeeigenen Glocke erfolgte bereits 1633.


Nordseite :Lisenen (vortretender Mauerstreifen ) Fenster mit Sichelbögen. Ardorf 2008


Südseite der Ardorfer Kirche.Ardorf 2008


Westseite: Eingang.Ardorf 2008

A

Ardorfer Kirche mit Glockenturm.Ardorf 2008


Ardorfer Glockenturm-Alte Holztür. Ardorf 2008


Anmerkungen: ( Literatur )

1.) Behre Karl-Ernst u.Lengen van Hajo :Ostfriesland,Aurich 1996,Seite 191

2.) ebd.;Seite 193 
                                                                                                                                              

3.) Smid Menno :Ostfriesische Kirchengeschichte ,in: Ostfriesland im Schutz des Deiches Bd.6, Pewsum 1974,Seite 37 ; die beiden Ortsnamen Isebenysze und Berum lassen sich nicht überzeugend mit heute vorhandenen Ortsnamen im Sendkirchenbereich Wittmund gleichsetzen. Es könnte sich um Orte in der ehemaligen Harlebucht handeln,so Smid. de Wall verwendet den  Namen Isebenysze im Zusammenhang mit der Flurbezeichnung Isum-Esch,also bezugnehmend auf Isums,bei Wittmund (1420).Ab 1589,so de Wall, ist die Bezeichnung Isemeß gesichert.Ob hier Zusammenhänge bestehen ist derzeit nicht festzustellen(siehe hier:www.ostfriesischelandschaft.de/ortschronisten, Autor:K.H.de Wall,Ortsbeschreibung Leerhafe )Denn letztendlich ist in Isums(Groß Isums ) kein Kirchenbau nachzuweisen.Ob Isebenysze mit dem Kloster Burmönken in Verbindung stand,kann derzeit auch nicht belegt werden. Vereinzelt sind Literaturanmerkungen vorhanden,die in Isums ein Vorwerk des Klosters Burmönken vermuten.                           



4.) ebd.;Seite 156  
                                                                                                                                              


5.) ebd.;Seite 370
                                                                                                                                     

6.) Korte Wilhelm:in Friesische Blätter,6.Beilage 1964
                                                                                                                                       

7.) ebd.                                                                                                                                                                                                                                                                                

8.) ebd
.                                                                                                                                   

9.) Drees Heinrich:in Friesische Blätter,15.Beilage,1961

                                                                                                                                             

10.) Smid Menno:Ostfriesische Kirchengeschichte,Seite 371
                                                                                                                                            

11.) Drees Heinrich:in Friesische Blätter,15.Beilage 1961 

                                                                                                                                12.) ebd. 

                                                                                                                        13.) Noah Robert:Ostfriesische Kirchen,Aurich 1980,Einleitung 

                                                                                                                               14.) ebd.                            


Fortsetzung folgt!